Filmvorführung im REX-Kino:

Mehr als ein Garten

11. Februar 2016.

Ein Kontrastprogramm zum Karneval, aber nicht weniger stimmungsvoll, bot am vergangenen Sonntag das REX-Kino in Bonn. Bonn im Wandel, die Ermekeilinitiative und weitere Organisationen hatten eine Vorführung des Dokumentarfilms „Wenn ein Garten wächst“ von Ines Reinisch organisiert zu dem auch die Regisseurin eingeladen wurde.

Etwa 80 Menschen besuchten die Veranstaltung und zeigten sich begeistert von dem Film, der eine kleine Gruppe von Menschen begleitet, die sich kaum kennen aber dennoch zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen, nachdem sie ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Gärtnern entdecken.

Im Mittelpunkt der Gemeinschaft steht ein einfaches Rasenstück zwischen dreistöckigen Häuserzeilen. Unscheinbar und trist. Bis die Anwohner des Platzes beschließen den Kasseler Huttenplatz als einjähriges Projekt im Rahmen der „documenta13“ in einen Gemeinschaftsgarten umzugestalten. Ihnen schließt sich Ines Reinisch an, während sie Ökologische Agrarwissenschaften an der Universität Kassel / Witzenhausen studiert. Von der Gemeinschaft zunächst als unterstützende Hand verstanden, zeigt sich schon bald eine weitere große Leidenschaft, das Filmen.

So begleitet Reinisch, die bereits ein Studium mit Fachrichtung Illustration und Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg abgeschlossen hat, das Projekt mit der Kamera und sammelt etwa 200 Stunden Filmmaterial. Gekonnt fängt sie die Stimmung der Hobbygärtner ein, als das Projekt zunächst keine Zustimmung bei den Behörden der Stadt findet und als es dann doch zustande Kommt. Sie dokumentiert die Entstehung der Beete und die ersten Ernten, sowie die Entwicklung und das Wachstum der Gemeinschaft. Schließlich verarbeitet der Film die Schwierigkeiten, das Projekt gegen den Wiederstand der Behörden weiterzuführen.

Und damit ist „Wenn ein Garten wächst“ mehr als eine Dokumentation. Der Film wird zu einer Reflexion der Verhältnisse: zwischen Stadt und Bürger, zwischen Landleben und Urbanisierung, zwischen Lebensmittelproduktion und dem Konsum von Lebensmitteln.

Darüber hinaus fällt der Film in eine Zeit, in der immer mehr öffentliche Gemüse- und Gemeinschaftsgärten entstehen und greift damit einen Trend auf. Es gibt sie in Berlin, in Wien und vor allem in Großstädten der USA sind sie weit verbreitet. Solche Gärten sollen jetzt auch in Bonn soll entstehen, weshalb die Mitglieder des Bonner Netzwerkes für eine Essbare Stadt und Urbanes Gärtnern im Anschluss der Veranstaltung zu ihrem monatlichen Treffen zusammenkamen.

Alle, die an dem Projekt teilnehmen oder mehr darüber erfahren möchten, lädt das Netzwerk ein an den regelmäßigen Treffen teilzunehmen, die Homepage des Netzwerks aufzusuchen oder sich per Email (info@bonn-im-wandel.de) direkt an die Verantwortlichen zu wenden.

Und für alle die noch einen Motivationsschub brauchen bevor sie sich dem Netzwerk anschließen, gibt es wohl bald noch einmal die Möglichkeit den 80 Minuten langen Film „Wenn ein Garten wächst“ im REX-Kino oder mit festen Termin im April im Hennefer Kurtheater.

Foto: Verleih

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