Bonn stellt sich quer:

Gegendemo in Bad Godesberg

11. Mai 2016.

Wenn am Pfingstsamstag, den 14. Mai 2016, einmal mehr Rechtsextreme um die berüchtigte Melanie Dittmer versuchen, in Bonn Fuß zu fassen, stellt Bonn sich natürlich quer, das Bündnis Bonn stellt sich quer ruft auch dieses Mal zur Kundgebung/Demo auf und betont: Keine Platz, kein Gehör für rassistische und Nazi-Hetze!

Zum Anlass nimmt Dittmer, erst vor wenigen Tagen in Düsseldorf wegen Volksverhetzung verurteilt, den gewaltsamen Übergriff auf einen 17jährigen am vergangenen Samstag nach Rhein in Flammen. Sie prangert Gewalt an Deutschen durch vermutliche Ausländer, so ihr Aufruf, an. Die Politik würde dem Volke nicht helfen, deshalb müsse der Bürger auf die Straße gehen. Als Toprednerin ist Ester Seitz eingeladen, Aktivistin vom rechtsextremen Widerstand Ost-West und dem rassistischen Bündnis Karlsruhe wehrt sich.

Während das 17jährige Opfer dieser schlimmen Gewalttat noch immer im Koma liegt, wird der Überfall über es hinweg instrumentalisiert, um gegen Migrant_innen zu hetzen. Über die Täter ist noch nichts bekannt, der Schwerverletzte hat noch keine Aussage machen können. Und er kann sich nicht äußern, ob er damit einverstanden ist, dass Rechtsextreme in seinem Namen gegen andere Menschen hetzen. Er verdient Solidarität und Hilfe, um nach dieser grausigen Gewalttat weiter leben zu können. Aber das erfordert Menschlichkeit und bestimmt keinen Rassismus, wie es Dittmer gerne hätte.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Bonn und Umgebung, schon zweimal ist Dittmer 2014 mit ihren Versuchen, Ableger von Pegida Bogida in Bonn oder Kögida in Köln – zu installieren, kläglich gescheitert. In Bonn und Köln wurde ihr gezeigt, dass Rassisten und Neonazis keinen Platz dafür haben. Erst letzte Woche wurde sie vom Düsseldorfer Amtsgericht wegen Volksverhetzung verurteilt. Zudem hatte die Düsseldorfer Polizeibehörde ihr schon länger ein Anmelde- und Redeverbot bei Dügida erteilt, weil sie rassistische Hetze öffentlich geäußert hatte. Sie galt für die Düsseldorfer Polizeibehörde als Demonstrationsanmelderin als nicht zuverlässig. Nach dem Urteil letzter Woche muss die 37-Jährige bei Rechtskraft damit rechnen, dass sie als vorbestrafte Volksverhetzerin nicht mehr als Organisatorin von rassistischen Demonstrationen oder Kundgebungen zugelassen wird. Warum sie ein paar Tage später in Bonn eine Demonstration anmelden kann, die zwar unter dem scheinbar neutralen Motto Stoppt die Gewalt läuft, doch Gewalt an Deutschen durch vermutliche Ausländer meint, ist unverständlich. Wir fordern von der Bonner Polizeibehörde, sie als Anmelderin zurückzuweisen und ihr kein öffentliches Rederecht im Rahmen dieser geplanten Demonstration einzuräumen. Nach dem Düsseldorfer Urteil hat eine Polizeibehörde dazu die Entscheidungsbefugnis, so Martin Behrsing, Sprecher von Bonn stellt sich quer.

Gleichzeitig rufen wir Sie/euch dazu auf, am Samstag, 14. Mai 2016 ab 13:00 Uhr gemeinsam mit vielen anderen ein Zeichen für Weltoffenheit und gegen Rassismus zu setzen. Treffpunkt: Bereich Rüngsdorfer Straße Rheinallee. Unsere Tradition: Kein Platz, kein Gehör für Rassisten und Nazis!

Hashtag für Twitter am Samstag 14.05.2016:    #bssq #nodittmer

Melanie Dittmer war schon vor Bogida, Kögida und Dügida kein unbeschriebenes Blatt in der rechten Szene. So engagierte sie sich bei der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD. Später saß sie im Parteivorstand von Pro NRW. Diesen gab sie schließlich wegen ihres Engagements für Dügida auf. Im vergangenen Jahr organisierte sie zeitweise wöchentlich eine Demonstration in Düsseldorf. Wegen einiger der jetzt verhandelten Vorwürfe der Volksverhetzung entzog die Düsseldorfer Polizei Dittmer irgendwann die Versammlungsleitung und verbot ihr, auf ihren Kundgebungen öffentlich zu sprechen. Mittlerweile finden die Demos nicht mehr statt. Dafür veranstaltete Dittmer ihr Identitäres Sommerlager. Neben einem Aufklärungsvortrag zum Islam und Liederabend wurden auch gezielte Angriffe mit Messern und Schlagstöcken, sowie Stichtechniken geübt. Als Trainer fungierte Rainer Händelkes (NPD). Ein Video mit den entsprechenden Sequenzen der Angriffsübungen löschte Dittmer kurze Zeit später von ihrer Facebookseite und sprach nur noch von einem Kurs in dem die Selbstverteidigung mit Alltagsgegenständen gelehrt wurde und auch der Kampf gegen Gegner mit Messern, Schlagstöcken bis zur Entwaffnung demonstriert wurde. (Bilderserie, Screenshots: https://linksunten.indymedia.org/de/node/144943).

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