8. Juni 2016.

Am 11. Juni 2016 wird an sechzehn Standorten der „Tag der Bundeswehr“ abgehalten. Auch in Bonn tritt die Bundeswehr – wie erstmals im letzten Jahr – mit einer Propaganda-Show auf dem Marktplatz auf. Friedensaktivisten haben dagegen Protest angekündigt. Etwa fünfzehn Bonner Friedensgruppen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen diese kriegsverharmlosende Selbstdarstellung der Bundeswehr zu protestieren. In Anlehnung an die aktuelle Bundeswehr-Werbung werden u.a. Postkarten mit dem Motto „Mach was wirklich zählt: Sag Nein zu Krieg und Gewalt!“ verteilt.

Die Friedensgruppen kritisieren die Showveranstaltung mit Volksfestcharakter, die mit Big Band, Hundevorführungen, Spitzensportlern und Kriegsgerät „zum Anfassen“ wirbt. „Es darf nicht sein, dass Kinder auf Panzerfahrzeugen herumturnen und Jugendliche mit Karrierewerbung überzogen werden. Beides widerspricht den Forderungen der UN-Kinderkonvention, die die Bewerbung von Jugendlichen verbietet“ – so Martin Singe von der Vorbereitungsgruppe. Er ist zugleich Mitglied der Bonner pax-christi-Gruppe, die die Eltern davon abhalten will, ihre Kinder auf die Kriegsgeräte zum Spielen zu lassen.

Politisch kritisieren die Friedensgruppen vor allem die als humanitäre Interventionen verschleierten weltweiten Kriegseinsätze der Bundeswehr, die den eigenen wirtschaftspolitischen Interessen dienen sollen. Das erwartete Weißbuch der Bundeswehr wird diese Interventionspolitik, die schon in den Verteidigungspolitischen Richtlinien von 2012 festgelegt wurde, fortschreiben. „Die Verharmlosung dieser Kriegspolitik durch Militärmusik und Show-Darstellungen muss unterbunden werden. Einen dritten Tag der Bundeswehr darf es nicht mehr geben“, so Marvin Mendyka vom Netzwerk Friedenskooperative.

Das Friedensbündnis hat sich auf kreativen, hör- und sichtbaren Protest gegen den „Tag der Bundeswehr“ vorbereitet. Auch an anderen Standorten in Deutschland sind Aktionen der Friedensbewegung geplant.

Treffpunkt ist der Marktplatz (Ecke Bonngasse/Sternstr.) ab 10 Uhr. Der eigentliche Protest beginnt ab 11 Uhr. Auch an Musikbeiträgen wird es nicht fehlen: zwischen 11.30 Uhr und 12 Uhr spielt eine Cumbia-Band und zwischen 14.00 Uhr und 14.30 Uhr singt die Sängerin „Blue Flower“ Friedens- und Antikriegslieder. Auch wird das „Hand-in-Hand“-Mitsingensemble den Protest gegen den Tag der Bundeswehr begleiten. Weitere Infos zu Veranstaltungen der Friedensbewegung am Tag der Bundeswehr finden sich hier.

Foto: ( c ) Netzwerk Friedenskooperative

Schlagworte: , , , , ,

Artikel zum gleichen Thema

Zum Artikelarchiv ...

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel:

Artikel RSS
Kommentare RSS
rhein:raum Twitter