14. Juni 2016.

Nach der Beschäftigung mit Bauten der 1950er- und 1960er-Jahre widmet sich die Werkstatt Baukultur Bonn in ihrem neuen Buch Bonn und seine Preußen. Danke, Berlin!? dem 19. Jahrhundert: Es geht um den bis heute prägenden Einflüssen der Preußen. In dem jetzt in der Edition Kritische Ausgabe erschienene Band spüren die Autoren der Bedeutung des preußischen Kulturerbes in Bonn nach, wagen einen Blick auf stadtbildprägende Bauten wie den Hauptbahnhof und das Landgericht, zeichnen aber auch versteckte Geschichten, wie z.B. die des Standbildes Kaiser Wilhelms I. im Biergarten am Kaiserplatz nach. Abrundend zeigt der Blick von Bonn in andere rheinische Städte wie Aachen, Düsseldorf, Köln und Trier, wie sich dort die Bonner Entwicklungen spiegeln.

Preußen und das Rheinland, das war eine spannende, spannungsreiche und manchmal angespannte Wechselbeziehung, bei der sich die Protagonisten gegenseitig Impuls und Herausforderung zugleich wurden. Von der Inbesitznahme 1815 bis hin zum Ende Preußens nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich eine fruchtbare Beziehung mit dem Rheinland, nachdem beide Gebiete einander lange Zeit nicht nur territorial, sondern auch gedanklich fern gewesen waren. Bis heute lassen sich gegenseitige Einflüsse nachzeichnen, Verdienste benennen und Problematiken verstehen.

Die studentischen Gruppen Werkstatt Baukultur Bonn am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn und Ausstellungsgruppe der Universität Bonn haben sich im Jubiläumsjahr 2015 dem Thema in vielfältiger Weise genähert. Der von Daniela Bennewitz, Martin Bredenbeck und Philipp Frederik Hunscha herausgegebene Band bietet Momentaufnahmen der preußischen Architekturgeschichte, wirft Schlaglichter auf die Universität und ihr Umfeld, auf die Rheinromantik und auf Objekte aus dem Preußenkult. Werke zeitgenössischer Künstler, die z.B. der Frage nachgehen, wie aktuell und präsent Preußen heute noch ist, runden den Blick ab.

Entstanden ist ein ganz eigener Beitrag zum Projekt »Danke* Berlin?!«, mit dem der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz das 200. Jubiläum 2015 zu seinem Jahresthema gemacht hatte.

 

Foto: Die Ermekeilkaserne, Foto: ( c ) Joker

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