22. September 2016.

Bei einem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern des Zivilen Friedensdienstes betonte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller am vergangenen Mittwoch in Bonn die Bedeutung des Zivilen Friedensdienstes für die entwicklungspolitische Arbeit in den Bereichen Krisenprävention und Friedensförderung.

„Entwicklungspolitik ist Friedenspolitik. Jede Krise hat ein Davor und ein Danach: Die Bekämpfung von Armut, Ungleichheit und Hunger mindert Konflikte und beugt so Krisen vor“, sagte Entwicklungsminister Müller. „Bei der Konfliktnachsorge geht es um Dialog, Aufarbeitung und Versöhnung. Der Zivile Friedensdienst hat die notwendige Erfahrung, um sowohl Krisenprävention als auch Friedensförderung zu stärken.“

Fachkräfte des ZFD gaben dem Minister Einblicke in ihre Arbeit. Anna Christophersen unterstützt Menschen in Kambodscha dabei, die traumatischen Erlebnisse der Khmer-Rouge-Diktatur aufzuarbeiten. „Wir öffnen Dialogräume für Zeitzeugen und Jugendliche, damit die Mauer des Schweigens bricht. So wird Versöhnung möglich, und Jugendliche setzen sich dafür ein, dass sich die schreckliche Geschichte nicht wiederholt“, sagte Christophersen. Susanne Wienholt-Kall kehrte vor kurzem aus Uganda zurück. Dort unterstützte sie die lokale Friedensarbeit und schulte rund 250 Menschen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung. „Für viele Menschen ist Gewalt oft die einzige Antwort auf Konflikte. Wir stellen alternative Handlungsmöglichkeiten vor, die auch angenommen werden“, berichtete Wienholt-Kall. „Nach einer der Schulungen kam beispielsweise ein Mann zu mir und sagte: Hätte ich das alles vorher gewusst, hätte ich nicht so viele Menschen erschossen.“

Bundesminister Dr. Gerd Müller betonte, dass ohne Frieden keine Entwicklung möglich sei. „Sie leisten großartige Arbeit“, schloss der Minister. „Das möchte ich mit meinem Besuch ausdrücken.“

Über den ZFD:
Der Zivile Friedensdienst (ZFD) entsendet Fachkräfte für zivile Konfliktbearbeitung in fragile und von Konflikten betroffene Staaten weltweit. Krisenprävention, Gewaltminderung und langfristige Friedenssicherung sind seine Ziele. Seit 1999 arbeiteten mehr als 1.100 professionell ausgebildete ZFD-Fachkräfte in über 50 Ländern. Aktuell sind rund 300 Fachkräfte in 39 Ländern im Einsatz. Die Ausbildung und Vermittlung der ZFD-Fachkräfte wird von einem staatlichen Entwicklungsdienst und acht zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Friedens- und Entwicklungsdiensten durchgeführt, die sich im Konsortium ZFD zusammen geschlossen haben. Der ZFD wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Weitere Informationen: www.ziviler-friedensdienst.org

Foto: Jürgen Naber

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